Hier findet ihr Presseartikel, die die Freiraumkampage, die Hausbesetzung im Sommer 2009 sowie die Entwicklung des Libertären Zentrums dokumentieren.

Volksstimme, 27. September 2010

VolksstimmeBericht 27.9.2010

Kommentar: Entgegen der Berichterstattung sind die Angreifer, die sich selber anhand ihrer skandierten und gesprühten Parolen als Rechtsradikale erkennbar machten, einerseits Richtung Salbke, andererseits Richtung Buckau geflüchtet. Die eintreffende Polizei, die darauf hingewiesen wurde, hielt sich zunächst für längere Zeit am Haus auf, anstatt die Neonazis (vermutlich nur Männchen) zu verfolgen.

Zuvor versuchten die teils angetrunkenen Angreifer, das Eingangstor einzutreten und sprengten mit einem verhältnismäßig starkwirkenden Explosivstoff – also offenbar nicht mit simplen Silvesterböllern – einen stabilen Briefkasten. Die gesamte Szenerie stellt eine Eskalation der Angriffe auf das L!Z aus dem nicht-staatlichen Umfeld dar.

So unschön das alles klingt: wir werden uns von diesen kackwurstbraunen Schlägern nicht einschüchtern lassen – dies ist unser und euer Haus, Lebensumfeld, Stadtgebiet. Dies ist eine freie Welt und wir sind freie Menschen. Wir bitten, empfehlen, fordern euch dazu auf, euch als Besucher, Nachbarn oder Freunde mit dem L!Z zu solidarisieren und das L!Z in kritischen Momenten wie neulich oder übermorgen zu unterstützen.

Möglichkeiten gibt es viele: seit mutig, schaut nicht weg. Informiert uns, wenn ihr etwas für uns oder euch Bedrohliches seht oder hört. Besucht unsere Veranstaltungen, freut euch, dass es sie gibt. Sprecht mit Freunden drüber, besucht uns just for fun und seid euch darüber im Klaren, dass wir hier ein lynks-fraidenker-anArchO-mir doch Wumpe-politisches, künstlerisches und soziales Projekt aufbauen und dass „just for fun“ manchmal auch anstrengend sein kann.

Macht mit. Setzt eure eigene Zukunft um und sorgt dafür, dass morgen nicht vorvorgestern wird: thematisiert und verurteilt menschenfeindliches, rechtsradikales Gedankengut in der Straßenbahn, im Supermarkt, auf der Straße, auf dem Amt, in der Firma, in eurem Kopf. Lasst euch von diesen durch ihre rudelmäßig zelebrierte körperliche Gewaltausübung zwar gefährlichen, einzeln aber armseligen Würstchen nicht auf der Nase rumtanzen. Und passt dabei auch auf euch selber auf, denn sie kennen kein Halten in ihrem kaputten Wahn-Unsinn.

Für alles weitere: ANNA & ARTHUR HALTEN‘S MAUL

Es sei zum Schluss nicht unerwähnt, dass die Volkstimme (mensch nennt sie auch die „Blaue Bild“) in der Vergangenheit massiv gegen das L!Z berichterstattet hat – auch dieser Artikel lässt wieder einmal an Wahrheitsgehalt zu wünschen übrig.

Volksstimme, 11. August 2010

„Salbkonaut“ oder „Trashfighter“? Kunst des Libertären Zentrums zerstört

Bunte Kunstfigur aus Schrott steht nur wenige Tage unbehelligt auf dem Mariannenplatz in Salbke

Von Andreas Stein

Die von den Anwohnern Mariannenplatz getaufte Freifläche ist und bleibt ein wüstes Gelände. Auch die Kunstfigur „Trashfighter“, die Bewohner des benachbarten Libertären Zentrums in der vergangenen Woche dort in Absprache mit dem Grundstücksbesitzer aufbauten, stand nur wenige Tage, bevor Unbekannte die Installation umwarfen und zertrümmerten.

Salbkonaut auf dem Mariannenplatz Die aus Schrott gebaute Kunstfigur 'Trashfighter' tauften manche Bürger in 'Salbkonaut' um. [...] Nun wurde sie umgeworfen. Foto: privat/Andreas Stein

Salbke. „Wir wissen es natürlich nicht genau, aber wir nehmen an, dass Rechte die Figur zerstört haben“, sagt Kai, einer der Bewohner des Libertären Zentrums an der Ecke Alt Salbke/Hermannstraße. Seit Monaten sei das seit vergangenem Sommer wiederbelebte Wohn- und Projekthaus in regelmäßigem Abstand Ziel rechter Aktionen.

Schon länger planten die Hausbewohner eine Belebung der von Unkraut völlig zugewucherten Ödfläche Mariannenplatz. Nachdem bei gerade laufenden Renovierungs- und Aufräumarbeiten im Haus eine Menge Schrott anfiel, entschied man sich zu einer künstlerischen „Spontanaktion“, wie Kai sagt. In Rücksprache mit dem privaten Grundstücksbesitzer bauten die jungen Leute am Freitag vergangener Woche den Schrott zu einer Art Roboter zusammen und malten ihn bunt an. Sie wollten zeigen, dass man auch aus Müll noch etwas bauen kann und nannten die Skulptur „Trashfighter“.

Anwohner tauften das futuristische Kunstobjekt aber in „Salbkonaut“ um, womit die Erschaffer auch gut leben können. Die Figur stand jedoch keine Woche, bevor Unbekannte sie umwarfen und beschädigten. „Wenn wir diese Woche noch Zeit finden, reparieren wir die Figur und stellen sie wieder auf“, sagt Kai. Der Salbkonaut soll nur die erste unter vielen weiteren Figuren sein, mit denen die Bewohner des Libertären Zentrums den Mariannenplatz bunter gestalten wollen. „Wir möchten auch Blumen pflanzen und die Insektenschutzkästen reparieren“, sagt Kai. Bereits im September 2009 hatten sich die Anwohner des Viertels im Rahmen des Freiwilligentages der Ödfläche angenommen, alles aufgeräumt und begrünt. Davon ist nach einem Jahr Vandalismus und sprießenden Unkrauts jedoch nicht mehr viel zu sehen. Stadtsprecher Michael Reif erklärte erst Ende Mai im Volksstimme-Interview, dass die Umgestaltung des Platzes als Stadt- oder Parkplatz frühestens 2012 passiere. Die Umsetzung der Pläne hänge jedoch von Fördermitteln aus dem Programm Soziale Stadt ab. Im Herbst soll es deshalb weitere Gespräche mit Anwohnern und dem Stadtteilmanagement geben.

Kulturfalter Magdeburg 04/2010

Beitrag im Kulturfalter 4/2010

urbanite Magdeburg 08/09

Der Artikel der Druckausgabe existiert auch online, nämlich hier.

urbanite-Artikel 1/2 urbanite-Artikel 2/2

Volksstimme Lokalausgabe, Artikel vom 20. Juli 2009

Artikel 20.Juli 2009

Magdeburger Nachrichten, Artikel vom 18. Juli 2009

hier online

Magdeburg. Um die Mittagszeit versammelten sich ca. 350 Sympathisanten des ehemals besetzten Hauses in der Freien Strasse in Buckau zu einer Solidaritätsdemo.

Die angemeldete Demonstration zog vom Treffpunkt Hauptbahnhof über den Hassel zum Buckauer Bahnhof.

Laut der begleitenden Magdeburger Polizei blieb alles friedlich. Der Veranstalter SQUAT MAGDEBURG hatte mit eigenen Begleitern den Zug gut im Griff. Viele Magdeburger schauten erstaunt auf die bunt gemischte Truppe. Zwar fanden sich bekannte sympatisierende Gruppen mit ihren Bannern unter den Demonstrierenden, jedoch war der Name des Veranstalters selbst doch noch weitgehend unbekannt.

SQUAT MAGDEBURG versteht sich selbst als eine basisdemokratische Bewegung, die die linken Gruppierungen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt für übergreifende Themen wieder zusammenführen möchte. Eines ihrer Ziele ist die Schaffung von kreativen Freiräumen jenseits von Hierarchien und Generationendenken, es soll ein neues libertäre Zentrum geschaffen werden, das Menschen Schutz vor rassistischen, homophoben, antisemitischen, sexistischen und faschistischen Übergriffen bieten soll.

Da das zuvor besetzte Haus zwischenzeitlichen durch die Polizei geräumt wurde, begibt sich die Gruppe auf die Suche nach einem neuen Objekt, was augenscheinlich keiner braucht, aber anderen Menschen einen Schutzraum bieten könnte. (JB)

Leserbrief Volksstimme Magdeburg, 9. Juli 2009

Folgender Leserbrief ist ein Beispiel dafür, welches Resultat die ungeprüfte Übernahme des in etlichen Punkten falschen Polizeiberichtes durch die Volksstimme haben kann. Daher zunächst einige Kommentare:

  • Im Zuge und nach der Besetzung der ehem. SKET-Poliklinik sind keine PolizistInnen gewalttätig angegriffen worden.
  • Im Gegenteil haben PolizistInnen Gesetze übertreten, indem sie während der Besetzung mehrfach UnterstützerInnen ohne Vorwarnung (Platzverweis; Aufforderung, anzuhalten) angriffen und misshandelten.
  • Dass
    von Politikern in der Öffentlichkeit stets [Anm.: das hieße: immer] eher eine Schuld der Polizei postuliert wird als die Schuld des Mobs

    ist eine unhaltbare Behauptung.

  • Zwar gab es in der Villa einen Mopp zum Wischen, auch ein Mops war einmal dort. Es gab jedoch keinen Mob, sondern engagierte Menschen, die für ihre Überzeugung bestimmt, aber friedlich einstehen. Dies ist kein Bonmot, sondern eine Tatsache.
  • Zusätzlich verwahrt die Kampagne sich aufs Schärfste dagegen, mit Rechtsextremisten gleichgestellt zu werden, deren Ziele bekanntermaßen menschenverachtender Art und die für zahlreiche Anschläge und Morde in den letzten Jahren verantwortlich sind.
  • Leserbrief Hensel Volksstimme 9.7.2009, Volksstimme Lokalausgabe Magdeburg

    Libertäres Zentrum
    Gesetzesbruch ist Anfang vom Ende des Rechtsstaates

    Zu „Pro und Kontra zur Idee eines libertären Zentrums in Magdeburg“ vom 6. Juli:
    Bezug nehmend auf oben bezeichneten Artikel aus der Magdeburger Volksstimme komme ich nicht umhin, mein großes Missfallen über die Äußerungen der Lokalpolitiker Sören Herbst (Bündnis 90/ Die Grünen) und Dennis Jannack (Die Linke) auszudrücken. Beide distanzieren sich nicht ansatzweise von der illegalen Hausbesetzung auf dem alten SKET-Gelände und auch nicht von den gewalttätigen Angriffen auf Polizisten. Wenn ein stellvertretender Stadtvorsitzender eine solche Tat damit zu (v)erklären versucht, dass die Polizei womöglich eine unnötige Eskalation aufgebaut hat, dann muss man leider vermuten, dass er sowohl dem Rechtsstaat als auch dem Gewaltmonopol der Staatsorgane eher negativ gegenübersteht. Wenn aber ein Staat sein zur Durchsetzung des geltenden Rechts manchmal auch anzuwendendes Gewaltmonopol verliert, weil Polizisten mehr oder minder ungestraft angegriffen werden dürfen, und von Politikern in der Öffentlichkeit stets eher eine Schuld der Polizei postuliert wird als die Schuld des Mobs, der das Gesetz missachtet, dann ist das der Anfang vom Ende dieses Staates. Und das ist so ziemlich genau das, was Links- und Rechtsextremisten wollen.

    Mario Hensel,
    Magdeburg

    Leserbrief Volksstimme Magdeburg, 8. Juli 2009

    Eine weitere Äußerung eines Stadtrates gab es hier.

    Leserbrief Wendenkampf 8.7.2009, Volksstimme Lokalausgabe Magdeburg

    Libertäre Politik ist gelebte Demokratie ! Mit großer Freude hatte ich die Schaffung eines Zentrums gelebter Demokratie in Magdeburg registriert, ohne mich zu Wort zu melden. Normalitäten – so dachte ich – bedürfen keiner öffentlichen Positionierung. Weit gefehlt. Nachdem nun das erste „Libertäre Zentrum“ Magdeburgs durch die Polizei geräumt wurde, ist die Bürgergesellschaft gefragt. Stadträtinnen und Stadträte, Öffentliche Verwaltung und Bürger unserer Stadt sind gefordert gemeinsam mit den Initiatoren des Libertären Zentrums neue Räumlichkeiten zu finden und friedlich, gesetzestreu, aber nicht ohne Optimismus und utopische Vorstellungen ein wahres Zentrum gelebter Demokratie und aktiver Gemeinwesenarbeit zu schaffen.

    Ich persönlich, aber auch die Stadtgruppe des BUND Sachsen-Anhalt e. V. haben dem Zentrum gegenüber bereits unsere volle Solidarität zugesagt. Diese Zusage erfolgte auch in der Hoffnung, so den Anstoß geben zu können. Für ein breites gesellschaftliches Bündnis für eine libertäre, freiheitliche Politik in Magdeburg und darüber hinaus.

    Oliver Wendenkampf,
    Stadtrat, Fraktion SPD -
    Tierschutzpartei – Future !

    Volksstimme Magdeburg, 6. Juli 2009

    Volksstimme MD, 06. Juli 2009

    Reaktionen der Stadtparteien auf Räumung der ehemaligen Villa auf dem alten SKET-Gelände
    Pro und Kontra zur Idee eines libertären Zentrums in Magdeburg

    Auf die Räumung des besetzten Hauses im Stadtteil Buckau (Volksstimme vom 3. Juli) gab [ergänzt: es] diese Reaktionen aus der Stadtpolitik:

    Illegale Besetzung nicht verharmlosen

    Während sich die Sprecher der Initiative gegenüber der Öffentlichkeit als gewaltlose und vermeintlich harmlose Personen darstellen, war auf einschlägigen Internetseiten ganz anderes nachzulesen. Eine Straftat, wie sie die rechtswidrige Hausbesetzung darstellt, darf auf keinen Fall verharmlost werden.
    Befürwortern dieses Projektes sei mit auf den Weg gegeben, dass es genug legale Möglichkeiten gibt, die Idee eines solchen Zentrums Wirklichkeit werden zu lassen.

    Bernd Heynemann,
    Stadtrat,
    CDU/BfM-Fraktion

    Wir werden die Idee positiv begleiten

    Das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit und ein legaler Zustand sind die wichtigsten Grundvoraussetzungen. Die Idee eines solchen Zentrums ist Unterstützung wert.
    Wir begrüßen es daher, dass die Stadt Magdeburg angekündigt hat, sich an der Suche nach einer geeigneten Lösung zu beteiligen. Die Kampagne für ein libertäres Zentrum hat dazu ein Konzept zur Umsetzung vorgelegt und setzt auf die Unterstützung. Wir sind auch weiterhin zur positiven Begleitung der Idee eines libertären Zentrums bereit.

    Sören Herbst
    Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
    Bündnis 90/ Die Grünen

    Besetzer benötigen Unterstützung

    Das ausgearbeitete Konzept sollte nun qualifiziert und umgesetzt werden. Dafür brauchen die ehemaligen Besetzer die Unterstützung aller Entscheidungsträger der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Linke steht diesem Projekt aufgeschlossen gegenüber. Ziel muss es sein, ein geeignetes Objekt zu finden, damit das Projekt in einem legalen Zustand umgesetzt werden kann.
    Die Zwischenfälle vor dem Objekt müssen aufgeklärt werden. Hierbei stellt sich die Frage, ob durch die Polizei eine unnötige Eskalation aufgebaut wurde. Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes ist das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit.

    Dennis Jannack,
    stellv. Stadtvorsitzender
    Die Linke

    Einige Kommentare dazu

  • Das Gebäude wurde, wie im früheren Artikel berichtet, durch die BesetzerInnen beräumt im Zuge einer kalten Räumung.
  • Herr Heynemann spricht über
    einschlägige Internetseiten.

    Allerdings ist nur dieser Blog ein Medium der Kampagne für ein Libertäres Zentrum in Magdeburg. Diskussionen, die im Internet anderswo geführt werden, sind üblich und erwünscht, können aber natürlich nicht in der Verantwortung einer Kampagne liegen, die ihren friedlichen und kreativen Geist in den vergangenen Wochen überzeugend unter Beweis gestellt hat.

  • Eine Aufklärung der
    Zwischenfälle vor dem Objekt

    ist zu begrüßen, wobei die einzig uns bekannten negativen Zwischenfälle aus gewalttätigen Übergriffen einzelner Polizeibeamter bestanden.

  • Pressemitteilung der Juso-Hochschulgruppe, 4. Juli 2009

    Ende der Hausbesetzung der SKET-Poliklinik in Magdeburg-Buckau
    Juso-Hochschulgruppen-Beobachter: Darstellung der Polizei überzogen!

    Magdeburg, 04.07.2009,
    Wie bereits bekannt, wurde die Hausbesetzung der ehemaligen SKET-Poliklinik in der Freien Straße, in der Nacht auf Donnerstag, den 2. Juli, friedlich beendet. Zuvor versammelten sich etwa 40 bis 50 Sympathisanten der Kampagne „Für ein Libertäres Zentrum in Magdeburg“ nahe der besetzten Klinik, um friedlich aber lautstark gegen das unverhältnismäßig aggressive Verhalten der Polizei in den letzten Tagen zu demonstrieren. So kam es bereits am Mittwoch zu sehr unschönen Szenen gegenüber friedlichen Demonstranten, wie Vertreter der Juso-Hochschulgruppe
    selbst miterleben konnten.

    Die Darstellung der Polizei, dass Demonstrationsteilnehmer am Donnerstag nun „Flaschen und Pyrotechnik auf die Polizeibeamten warfen und mit Knüppeln auf die Polizeibeamten einschlugen“ ist völlig überzogen und entspricht nach Aussagen eines Beobachters der Juso-Hochschulgruppe vor Ort nicht den Tatsachen. Selbst von Seiten der Polizei wird auf den Umstand hingewiesen, dass während des vermeintlichen Angriffes mit Knüppeln niemand verletzt wurde.

    Die Juso-Hochschulgruppe begrüßt es, dass es trotz des unverhältnismäßigen Vorgehens von Bereitschaftspolizei und Staatsschutzes nicht zu einer Eskalation gekommen ist und die Hausbesetzung friedlich beendet wurde.

    Das geplante Libertäre Zentrum soll ein Wohn- und Projekthaus sein, in dem selbstverwaltete und selbstbestimmte Projekte verwirklicht werden können – ein kulturelles Zentrum ebenso wie ein Schutzraum vor rassistischen, homophoben, antisemitischen, sexistischen und faschistischen Übergriffen.

    Um die Kampagne voranzutreiben, wurde Anfang Mai in Magdeburg-Buckau die leerstehende SKET-Poliklinik besetzt und mit der Verwirklichung konkreter Projekte begonnen. Bei mehreren Besuchen konnten sich Vertreter der Juso-Hochschulgruppe vom konstruktiven Engagement der „Besetzer“ überzeugen. So wurde bereits von Seiten der „Besetzer“ mit der Instandsetzung des baufälligen Gebäudes begonnen.

    Wir hoffen, dass bald einvernehmlich eine akzeptable Lösung gefunden wird, um das Projekt eines Libertären Zentrums in Magdeburg verwirklichen zu können.

    Presseerklärung der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, 3. Juli 2009

    Hier zu finden.

    Positive Begleitung der Idee eines libertären Zentrums!

    Die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN bedauert außerordentlich, dass es in der Freien Straße nach fünf Wochen friedlicher und bunter Nutzung der seit 15 Jahren leerstehenden ehemaligen Gruson-Villa, in den letzten Tagen auf Bestreben des Eigentümers zu einem Durchgreifen der Polizei gekommen ist.

    „Dadurch wurde die Situation aus unserer Sicht unnötig aufgeladen und eine aggressive Kulisse aufgebaut“, so Stadtrat Sören Herbst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

    „Wir bedauern, dass es in Folge dessen offenbar zu Auseinandersetzungen im Bereich des Objektes in der Freien Straße kam, die von der Polizei und der Kampagne für ein libertäres Zentrum unterschiedlich bewertet werden. Aus Sicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit die wichtigste Grundvoraussetzung für den Erfolg eines libertären Zentrums in Magdeburg.“

    Herbst: „Die Idee eines solchen Zentrums, in dem Menschen verschiedener Altersgruppen arbeiten, diskutieren und leben können, ist Unterstützung wert. Ein legaler Zustand ist dabei die wichtigste Grundvoraussetzung für ein dauerhaftes Projekt.“

    „Wir begrüßen es daher, dass die Stadt Magdeburg angekündigt hat, sich an der Suche nach einer geeigneten Lösung zu beteiligen“, ist Herbst zuversichtlich. Wir hoffen, dass die Gespräche weiter auf konstruktiver Basis geführt werden und durch die jüngstenEreignisse nicht gefährdet werden.

    „Die Unterstützer der Kampagne für ein libertäres Zentrum müssen jetzt auch beweisen, wie ernst es ihnen mit ihrer Forderung ist. Die Kampagne für ein libertäres Zentrum hat dazu ein Konzept zur Umsetzung vorgelegt und setzt auf die Unterstützung. Wir als Fraktion im Stadtrat sind auch weiterhin zur positiven Begleitung der Idee eines libertären Zentrums bereit.“

    Leipziger Volkszeitung online, 4. Juli 2009

    Online-Artikel LVZ

    „Besetztes Haus in der Freien Straße steht nach Attacken in der Nacht leer“, 3. Juli 2009

    Volksstimme
    Der Artikel in der Volksstimme gibt primär obige Polizeimeldung wieder. Ein Auszug darüber hinaus:

    Die Hausbesetzer wollten nach eigenen Angaben ein Libertäres Zentrum in dem Haus gründen und es selbst renovieren. Dabei seien sie auch von verschiedenen Vereinen und Stadträten unterstützt worden. Geschäftsführer Thomas Najoks : “ Zum Anfang gab es auch Gespräche und wir haben sogar eine Ausweichmöglichkeit angeboten. Unsere Grundbedingung war aber immer an einen Auszug geknüpft. Darauf haben sich die Besetzer aber offensichtlich nicht eingelassen. Seit dem habe ich auch nichts mehr von ihnen gehört. “ Die Gangart der Polizei wurde in den letzten Tagen schärfer. Ohne Räumungstitel konnte die Polizei das Gebäude zwar nicht ohne Weiteres räumen, dafür aber die Personenbewegungen vor dem Haus kontrollieren. Dies erfolgte seit Dienstag. Zeitgleich gab es am Mittwoch Gespräche zwischen dem Ordnungsbeigeordneten Holger Platz und Unterstützern des Projektes „Libertäres Zentrum“ im „Timbuktu“ in Buckau, zu denen Studenten und auch Grünen Stadtrat Sören Herbst zählt.

    Holger Platz : „Wir haben uns darauf geeinigt, auf die Hausbesetzer einzuwirken das illegale Handeln aufzugeben. Auf der anderen Seite finde ich die Idee eines Libertären Zentrums sehr interessant und unterstützenswert. Wir haben deshalb auch zugesagt, mit der Wobau und anderen Trägern, einen geeigneten Standort zu finden, um das Konzept auf legale Füße zu stellen. Das ist die Grundvoraussetzung.“

    Polizeimeldung, 2. Juli 2009

    Anmerkung: die folgende Polizeimeldung verzerrt die wahren Geschehnisse. Hier eine Richtigstellung des Polizeieinsatzberichtes durch das Libertäre Zentrum.

    Polizeirevier Magdeburg – Pressemitteilung Nr.: 321/09

    Polizeieinsatz in Buckau

    Im Zusammenhang mit einer seit dem 06. Mai 2009 bestehenden Hausbesetzung in Magdeburg, Freie Straße, versuchte am 02.07.2009 gegen 01.00 Uhr eine Gruppe von 50 Sympathisanten dieser Hausbesetzer ebenfalls in das Gebäude zu gelangen. Diese Personen waren schwarz gekleidet und vermummt. Durch ein schnelles Eingreifen der Polizei konnte ein Eindringen dieser Personen in das Gebäude verhindert werden. Zur Abwehr der Angreifer, welche mit Flaschen und Pyrotechnik auf die Polizeibeamten warfen und mit Knüppeln auf die Polizeibeamten einschlugen, musste kurzzeitig der Schlagstock eingesetzt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei der Auseinandersetzung keine Person verletzt. Den Polizeibeamten gelang es die Personengruppe zurückzudrängen, es erfolgte eine Identitätsfeststellung von 28 Personen, darunter befand sich eine, die bereits per Haftbefehl gesucht wurde.

    Um 14.30 Uhr des heutigen Tages wurde der Eigentümer des Objektes durch die Polizei darüber informiert, dass sich vermutlich keine Personen mehr im Objekt befinden. In Begleitung der Polizei betrat der Eigentümer das Haus, in dem sich keine Personen mehr befanden. Die Polizei übernahm die Spurensicherung und Dokumentation der entstandenen Schäden. Es ist davon auszugehen, dass der Übergriff der Sympathisanten der Hausbesetzer in der vergangenen Nacht dazu dienen sollte, dass die 5 Hausbesetzer unerkannt flüchten konnten.

    Nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchungen wurde das Haus dem Hauseigentümer übergeben.

    Anzeige in der Volksstimme, 20. Mai 2009

    Anzeige VS 20. Mai 2009

    Mittellose junge Menschen suchen Freiraum für Erprobung selbstbestimmten Zusammenlebens abseits kapitalistischen Denkens. Freuen uns über jedes Angebot!

    MDR Sachsen-Anhalt heute, 19. Mai 2009

    http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/5869234.html, dort links auf „Dienstag“, dann „SACHSEN-ANHALT HEUTE“. Beitrag bei verbleibender Spielzeit von 13:50 min.

    Pressemitteilung Bündnis 90/Grüne Magdeburg, 19. Mai 2009

    Alternative Wohnkulturen unterstützen!

    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Magdeburg stehen der Gründung eines libertären Zentrums in Magdeburg grundsätzlich positiv und aufgeschlossen gegenüber. Nachdem eine Gruppe vorrangig junger Menschen, deren Ziel die Gründung eines solchen Zentrums ist, am Sonnabend vergangener Woche ein leerstehendes Gebäude auf dem brachliegenden ehemaligen SKET- Gelände besetzt hat, erklärt Sören Herbst, stellv. Fraktionsvorsitzender der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Magdeburger Stadtrat:

    „Wir begrüßen den Gedanken, in Magdeburg Raum für Menschen zur Verfügung zu stellen, die friedlich und basisdemokratisch agieren und alternative Lebensentwürfe verwirklichen möchten. Der Gedanke, ein selbstverwaltetes Zentrum zu gründen, indem junge Menschen wohnen, arbeiten und diskutieren können, sollte in Magdeburg von der Stadt wohlwollend begleitet werden. Ein solches Zentrum hätte das Potential, sich zu einem interessanten und attraktiven Anlaufpunkt im Stadtteil zu entwickeln, der auf die ganze Stadt positiv ausstrahlt.“

    Herbst äußerte sich erfreut darüber, dass die Hausbesetzung in Buckau friedlich verlaufe. Die beteiligten Personen zeigten sich für jede Form von Gesprächen offen und wollten mit ihrer Aktion auf das Fehlen eines Anlaufpunktes für alternative Jugendliche aufmerksam machen. Das Ansinnen, den Kontakt sowohl zu den Eigentümern als auch zu der Stadtverwaltung aufzunehmen zeige, dass es ihnen um ein wichtiges, inhaltliches Anliegen gehe.

    Herbst wendet sich mit der Bitte an die Stadtverwaltung, sich kooperativ zu zeigen und wo notwendig, als Vermittler aufzutreten. Sören Herbst: „Ich halte es für angebracht, dass der Oberbürgermeister sich in Kontakt mit der landeseigenen Eigentümergesellschaft begibt und darauf hinwirkt, dass es zu einem Verhandlungsergebnis kommt und sich damit Perspektiven für die friedlich agierenden Hausbesetzer aufzeigen.

    Es ist klar, dass die Stadt dem Eigentümer keine Vorschriften machen kann. Ziel muss es jedoch sein, dass dort möglichst schnell legalisierte Zustände einkehren (incl. Strom und Wasser), sollte die Idee eines libertären Zentrums in Magdeburg auf Dauer eine Zukunft haben.“

    Herbst schlägt daher vor, alle Beteiligten zunächst an einen Tisch zu holen, um die Perspektiven für das derzeit besetzte Objekt zu diskutieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Vielleicht wäre es ja auf diese Weise möglich, die verfallene Fabrikantenvilla so vor dem Abriss zu bewahren. Die Polizei fordert Herbst auf, ihre derzeitig besonnene, zurückhaltende Haltung aufrecht zu erhalten.

    Quelle

    Volksstimme Magdeburg, 18. Mai 2009

    Volksstimme MD, 18. Mai 2009

    Radiointerview, 18. Mai 2009

    Interview von coloRadio
    selbes Interview bei Youtube

    Polizeimeldung, 16. Mai 2009

    Polizeirevier Magdeburg – Pressemitteilung Nr.: 241/09

    Magdeburg, den 16. Mai 2009

    Angekündigte Hausbesetzung durch die linke Szene in Magdeburg

    Durch Personen der linken Szene wurde in einem Internetforum bekanntgegeben, dass die Besetzung eines leerstehenden und unbewohnten Hauses in der Freien Straße im Magdeburger Stadtteil Buckau geplant sei. Erste Überprüfungshandlungen durch die Polizei konnten diesen Fakt zunächst nicht bestätigen. Etwa 50 Personen der linken Szene kamen am heutigen Samstagnachmittag vor dem Objekt zusammen, um bei Musik die Gründung eines „Libertären Zentrums“ zu feiern. In der Folge durchgeführte Überprüfungshandlungen der Polizei direkt am Objekt ließen jedoch den Schluss zu, dass sich möglicherweise dennoch einzelne Personen in diesem aufhalten könnten. Eine Betretung des Objekts bzw. Räumungsmaßnahmen durch Polizeibeamte fanden nicht statt. Die Eigentümerverhältnisse des Objekts selber sind derzeit unklar. Da das Straßenfest im Vorfeld nicht zur Anmeldung kam, wird das Ordnungsamt der Stadt Magdeburg eventuelle ordnungsrechtliche Verstöße prüfen. (bro.)

    Quelle