Solidarität muss praktisch werden! Aufruf zur Begegnung

Solidarität muss praktisch werden!

Aufgrund aktueller gesamtgesellschaftlicher Debatten und Ereignisse fand sich eine heterogene Gruppe von Menschen zusammen, die in mehreren Diskussionen zu der Überlegung gelangte, die ‚Wir helfen Euch‘-Praxis aufbrechen zu wollen.
Dies ist nicht als grundsätzliche Kritik an notwendiger antirassistischer Tätigkeit zu verstehen. Es ist gut und wichtig, dass es Hilfsangebote und Initiativen gibt, die sich tagtäglich bemühen, sich der Probleme anderer Menschen anzunehmen.

Doch im theoretischen Konstrukt ‚Geflüchtete und Migrant*Innen‘ kann sich dabei oft (wenn auch unbewusst) ein ‚Unsere Gruppe – andere Gruppe‘-Verhältnis etablieren, in dem Menschen(-gruppen) als theoretische Konstruktion und nicht als Individuen wahrgenommen werden. So wird sich häufig in ausschließlich von ‚weißen‘ Menschen dominierten Strukturen bemüht, ‚Ihnen‘ (den Anderen, Geflüchteten, Migrant*Innen, ‚People of Colour‘, etc.) zu helfen. Dies kann in ‚white charity‘-Aktionen münden.
Da diese Problematik ebenso die Gruppe selbst betraf, entschloss sie sich, den Versuch zu unternehmen, Menschen eine Plattform zu bieten, sich zu treffen, zu vernetzen und zu befreunden.

Um die gegenseitige Ferne zueinander aufzuheben, wurde zunächst auf Menschen zugegangen, die überwiegend isoliert von der Gesellschaft in Lagern untergebracht sind. In den Gesprächen mit ihnen wurde erfragt, ob sie überhaupt Lust auf ein gegenseitiges Kennenlernen hätten. Dass auf sie zugegangen wurde, wurde sehr positiv aufgenommen und es waren viele Menschen dabei, die daran Interesse äußerten. An dem ersten Termin beteiligten sich recht viele Menschen und es kam zu regen Gesprächen.

Die Idee ist, zusammen eine auf längere Sicht gedachte Struktur zu entwickeln, um Raum für Verbindungen, Freundschaften und den Austausch verschiedener Lebensrealitäten zu schaffen und gemeinsame Ideen in die Tat umzusetzen. Gleichzeitig muss individuellen Bedürfnissen Gehör verschafft werden und soll die Möglichkeit geboten werden, diese zu formulieren und sich gemeinsam zu organisieren.
Um schon vorhandenen Raum zu öffnen, den Menschen gemeinsam nutzen können, ist das Libertäre Zentrum in Salbke aus Sicht der Initiator*Innen ein geeigneter Treffpunkt. Es bietet einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, ohne der Kontrolle durch Behörden zu unterliegen, wie z.Bsp. durch die Ausweispflicht für Besucher*Innen in den Unterbringungen. Es bietet viele Möglichkeiten, sich unabhängig vom Staat selbst zu organisieren und gemeinsame Projekte zu starten.

Deshalb wird am Donnerstag den 26.02.2015 ab 16 Uhr herzlich eingeladen, im L!Z zusammen zu kochen, sich auszutauschen und kennen zu lernen.

Die nächsten Termine sind: der 12.03.2015 und der 26.03.2015
Lasst uns zusammen bestehende Grenzen einreißen!

No Border, No Nation!

Solidarität muss praktisch werden! Aufruf zur Begegnung