Fünfzigster Jahrestag des Putsches gegen Lumumba in der DR Kongo

Vortrag und Diskussion mit Annika Butz | Dienstag, 31. August 2010, 19:30 Uhr
wollen wir im L!Z auf die Krisen des jungen kongolesischen Staates zurückblicken, versuchen, sie u.a. anhand von Ausschnitten aus dem Spielfilm ‚Lumumba‘ (Raoul Peck, Kongo 2000) zu verstehen und an Patrice Lumumba erinnern:

„Die Demokratische Republik Kongo wird in der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft mit Krieg, Korruption, Kindersoldaten und Chaos assoziiert. Vor allem im Sub-Saharischen Afrika ist das zentral-afrikanische Land dagegen untrennbar mit dem Namen einer zentralen politischen Figur dieses Landes verbunden: Patrice É. Lumumba, Teil der Unabhängigkeitsbewegung, Hoffnungsträger und erster Ministerpräsident des unabhängigen Kongo. Patrice Lumumba wurde nur kurz nach seiner Ernennung zum Präsidenten – unter Mitwirkung des CIA und des belgischen Geheimdienstes – ermordet. Getrauert wurde nicht nur im Kongo, sondern auch in den benachbarten Staaten, in denen an ihn in Gedichten erinnert wird und in denen Grundschulen bis heute seinen Namen tragen.

Tragische Folgen hatte die Ermordung Lumumbas vor allem für den Kongo selbst. Mit Unterstützung der USA putschte sich im September 1960 Mobutu an die Macht und verfestigte seine Stellung später in Form einer jahrzehnte langen Diktatur. Inzwischen sind 50 Jahre vergangen.“

Annika Butz, Mitarbeiterin der Mobilen Beratung für Opfer rechter Gewalt beim Miteinander e.V., hat Politikwissenschaften mit regionalem Schwerpunkt Sub Sahara Afrika in Berlin und Dar-es-Salaam studiert.