Archiv für Februar 2010

Naziübergriff vor dem Libertären Zentrum

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurden mehrere Menschen unmittelbar vor dem Libertären Zentrum durch eine Gruppe Nazis angegriffen und niedergeschlagen. Daraufhin traten die Angreifer auf die am Boden Liegenden ein, wobei sie gezielt die Köpfe trafen. Als nach kurzer Zeit Leute aus dem L!Z hinzukamen, flüchteten die Nazis zu ihren Pkw und fuhren davon. Die Kennzeichen wurden teilweise erkannt.

Obwohl die Nazis schon nach wenigen Minuten flüchten mussten, wurden die Angegriffenen verletzt. Aufgrund der gezielten Kopftritte gehen wir davon aus, dass die Angreifer schwerste körperliche Schäden anrichten wollten.

Wir vermuten, dass der Übergriff eine direkte Reaktion auf die erfolgreiche Verhinderung des Nazisaufmarsches in Dresden darstellte. Auch in anderen Städten randalierten heimreisende Nazis und griffen Menschen an.

Versuche, antifaschistisch eingestellte Menschen durch Gewalt einzuschüchtern, gehören seit jeher zum Repertoire lokaler Nazis. Einmal mehr mussten wir erleben, wie notwendig offensive Antifa-Arbeit in Magdeburg ist.

Wir rufen alle antifaschistischen Strukturen dazu auf, die Nazis in ihre Schranken zu weisen.

Siempre antifascista!

ALGE bleibt!

Alge bleibt!

Der Verein „alternative Lebensgestaltung e.V“ (ALGE e.V.) in Oschersleben betreibt seit Jahren Arbeit in einem selbstverwalteten Zentrum, schlicht „ALGE“ genannt. Dort wird sich in Projekten kontinuierlich und offensiv mit Rassismus, Neonazismus und anderen menschenverachtenden Ideologien auseinandergesetzt. Außerdem wohnen zahlreiche Menschen in den selbst renovierten Wohnungen und Bauwägen.

Auf dem Gelände werden regelmäßig Konzerte und andere Kulturprojekte veranstaltet; außerdem gibt es ein Café. Sofern bei Veranstaltungen Eintritt verlangt werden muss, bewegt er sich in einem für alle erschwinglichen Rahmen.

In der Region Oschersleben stellt die ALGE das einzig erwähnenswerte Kulturangebot für Jugendliche dar. In der von Nazis durchsetzten Einöde bildet sie einen deutlichen und unverzichtbaren Gegenpol zu faschistischem Gedankengut.

Nun soll das Projekt offensichtlich aus politischen und schlicht pragmatischen Gründen zerstört werden: Es soll einem Parkplatz (!) weichen.

Während in Oschersleben Nazis andere Menschen brutal zusammenschlagen, soll also die wichtigste antifaschistische Instanz der Region demontiert werden. Dies würde verheerende Folgen nach sich ziehen. Vom Verlust des Wohnraumes der dort wohnenden Menschen ganz zu schweigen.

Wir bekunden hiermit ausdrücklich Solidarität mit der ALGE. Wir werden das Projekt im Kampf gegen die Zerschlagung unterstützen. Die ALGE muss erhalten bleiben.

ALGE bleibt!